30.Januar White Cliffs

 

Auf unseren früheren Reisen in Australien haben wir 2010 Barbara und Roger aus der Schweiz kennen gelernt. Das heisst sie waren damals bereits ausgewandert und Australier. Zu diesem Zeitpunkt waren sie mit ihrem Caravan auf dem ganzen Kontinent unterwegs. Getroffen haben wir sie in einem Nationalpark in Westaustralien und auf Anhieb hat die Chemie zwischen uns gepasst. Wir blieben die Jahre über in Kontakt und konnten verfolgen wie sie sich ein Heim in White Cliffs aufbauten.

 

 

White Cliffs ist kein gewöhnliches Dorf im Hinterland von New South Wales, sondern ein Opalschürferdorf im Outback. Die Menschen leben da unterirdisch. Das heisst sie haben sich ihre Gänge, wo sie nach Opal geschürft haben, später zu Wohnungen ausgebaut. Und unsere Freunde haben sich eben eine solche Höhle, ein sogenanntes Dogout, gekauft.

 

Da war es natürlich naheliegend mal zu sehen wie man denn da so lebt.Bei der Vorstellung kam mir immer Fred Feuerstein in den Sinn, den ich noch vom Kinder-TV her kenne.

 

Aber heute geht das doch zivilisierter zu und her. Der Eingang zum Heim ist nach wie vor unscheinbar und man kann sich gar nicht vorstellen, was sich dahinter wirklich verbirgt.

 

Das Hausdach mit den Lichtschächten

 

Im Innern ist es dank 6 bis 7 Meter hohen Licht- und Luftschächten erstaunlich hell und überhaupt nicht muffig. Und je weiter man ins Erdinnere sich begibt wird es immer kühler. Die fast gleichbleibende Jahrestemperatur in der Höhle beträgt etwa 24 Grad. Das ist auch ideal so, denn im Sommer (sprich jetzt) gibt es Temperaturen bis 45 Grad und im Winter bis 10 Grad.

 

 

Dem Ausbau der Höhlen sind keine Grenzen gesetzt und jeder kann sich verwirklichen wie er will. Und es lässt sich erstaunlich gut wohnen darin.

 

Die neue Dusche wird geplant

Was leben für Menschen in White Cliffs? Es gibt die Opalschürfer, die vereinzelt ihr Geld immer noch mit den Funden machen. Dann sind da die ehemaligen Schürfer, die Altershalber ihren Beruf aufgeben mussten, White Cliffs nicht verlassen wollen oder können und nun ihr Zuhause, also die Dogouts, den Touristen zeigen. Es gibt die Künstler, die hier draussen ihre Ruhe und Kreativität suchen. Und zuletzt unsere Freunde, die einfach das spezielle wollten und offenbar auch gefunden haben.

 

 

Die Gemeinschaft hier draussen ist für mich etwas verworren. Einerseits lebt eigentlich jeder für sich, mit all seinen Ecken und Kanten. Aber andererseits sind doch alle irgendwie aufeinander angewiesen. Bei einem Fest kommen zwar alle für zwei Stunden, gehen dann aber auch wieder gerne. Wenn aber Hilfe bei einer schwierigen Arbeit an der Höhle anfällt, sind alle zur Stelle um zu helfen.

 

Ein spezieller Ort, dieses White Cliffs. Unsere Freunde sind jedenfalls ohne Macken, mal davon abgesehen überhaupt den Entschluss zu fassen hier zu wohnen.